Institut für Logistik und Unternehmensführung

Institut für Logistik und Unternehmensführung

Ergebnisse zur Studie „Supply Chain Risk Management in der deutschen Windenergiebranche (2012)“ liegen vor

Der starke Anstieg von Rohstoffpreisen und die hohe Volatilität der Nachfrage stellen die  Wertschöpfungspartner in der Windenergiebranche vor große Herausforderungen

 

Die dritte Auflage 2012 der bereits 2010 und 2008 durchgeführten Studie zum Supply Chain Risk Management in der deutschen Windenergiebranche weist die bislang höchste Rücklaufquote auf und bestätigt das hohe Interesse aus der Branche am komplexen Thema Risikomanagement. Mit Hilfe einer Längsschnittanalyse wurde die Entwicklung der Risikobewertung und des Einsatzes von unternehmensübergreifenden Risikomanagement untersucht. Die deutsche Windenergieindustrie ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die ein aktives Supply Chain Risk Management erfordern.


Die Bundesregierung verfolgt nach dem 2010 beschlossenen Energiekonzept das Ziel im Jahre 2020 einen Anteil der Stromerzeugung der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 35% zu erreichen. Die Windenergie und zukünftig vor allem die Offshore-Windenergie nimmt hierbei eine bedeutende Rolle ein. In den letzten 25 Jahren verzeichnet die installierte Windenergiekapazität in Deutschland stets zweistellige Wachstumsraten. Deutschland nahm 2011 hinter China, den USA und Indien den vierten Platz bei den Ländern mit den weltweit größten neuinstallierten Kapazitäten ein. Diese hohen Wachstumsraten gehen mit einer fortschreitenden Internationalisierung der Wertschöpfungsketten einher und stellen die Hersteller vor große Herausforderungen.


Die neuaufgelegte Studie untersucht die Supply Chain Risiken der Windenergiebranche und führt den Herstellern die Bedeutung eines unternehmensübergreifenden Risikomanagements vor Augen. Unter wissenschaftlicher Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Kersten wurde die Studie vom Institut für Logistik und Unternehmensführung an der Technischen Universität Hamburg-Harburg in Kooperation mit der Putz & Partner Unternehmensberatung AG durchgeführt.


Das Ergebnis der Studie liefert einen aktuellen Überblick über die bedeutendsten Risiken der Windenergiebranche und erlaubt einen Vergleich mit den Daten aus 2010 und 2008. Der starke Anstieg der Rohstoffpreise und die hohe Volatilität der Nachfrage stellen 2012 die größten Risiken dar. Insgesamt wurden 32 Risiken von den befragten Experten nach Häufigkeit und Schadenshöhe bewertet. Die Tatsache, dass die Schadenshöhen bei zahlreichen Risiken wie z.B. der Bauteilverfügbarkeit, der Qualität oder dem Totalausfall von Lieferungen rückläufig sind, kann auf die Wirkung zuvor getroffener SCRM-Maßnahmen zurückgeführt werden. Auffallend ist, dass Risiken durch Ausfall der Finanzierung von Windenergieanlagen gesunken sind, während Risiken aus dem politischen und ökonomischen Umfeld zugenommen haben. Auf geringerem Niveau stellen der Ausfall von Schlüsselpersonal sowie die fehlende Synchronisation zwischen Vertrieb und anderen Bereichen die größten Risiken in Unternehmensprozessen dar. Insgesamt lässt sich feststellen, dass über alle Risikogruppen die Risikohäufigkeit im Vergleich zu 2010 generell zunimmt, während die jeweiligen Schadenshöhen eher abnehmen.


Nur 40% der befragten Unternehmen verfügen über ein unternehmensübergreifendes Supply Chain Risk Management. Die Anwendung des SCRM erfolgt überwiegend in großen Unternehmen. Kleinere Unternehmen weisen einen deutlichen Nachholbedarf auf. Dabei vertrauen Unternehmen bei ihren Risikoanalysen noch immer bevorzugt auf klassische Elemente des Supply Chain Management (SCM), speziellere Instrumente des Risk Management werden weniger beachtet.

 

Die detaillierte Auswertung der Studie zum „Supply Chain Risk Management in der deutschen Windenergiebranche (2012)“ kann käuflich erworben werden. Das Institut für Logistik und Unternehmensführung der Technischen Universität Hamburg-Harburg steht für eine unternehmensindividuelle Beratung zur Verfügung.


Über das Institut für Logistik und Unternehmensführung:
Das Institut für Logistik und Unternehmensführung (LogU) der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) forscht und lehrt unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Kersten  unter anderem zur ganzheitliche Gestaltung von Logistik und Supply Chain Management sowie Komplexitäts- und Risikomanagement in Supply Chains und logistischen Prozessen. Im Zusammenhang mit dem Management von Risiken in Wertschöpfungsnetzwerken hat das Institut bereits etliche Projekte in der Unternehmenspraxis durchgeführt sowie die internationale Forschung durch zahlreiche Publikationen bereichert.

Field of Research: 
Institut für Logistik und Unternehmensführung (W-2) | Technische Universität Hamburg
Am Schwarzenberg-Campus 4 | 21073 Hamburg | Tel.: +49 40 42878-3525